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Bootsdiesel Troubleshooting

Bootsdiesel Troubleshooting - "jetzt helfe ich mir selbst"
Gute Schiffsdiesel - Mechaniker verfügen über viel Erfahrung, einiges an theoretischem Wissen und vor allem über die Fähigkeit, logisch zu denken. Dieses How-To soll den weniger erfahrenen helfen, Störungen an marinisierten Dieselmotoren zu erkennen und mit Bordmitteln zu beseitigen. Es befaßt sich mit Standard- 4-Takt- Dieselmotoren mit hängenden Ventilen. Vieles läßt sich jedoch auch auf andere Typen von Bootsmotoren anwenden.

Typische Fehlerquellen
1. Treibstoffsystem
2. Ladesystem
3. Rauchwolken
4. Startprobleme 
5. Motorgeräusche
6. Motorvibration
7. Temperaturprobleme
8. Motor springt nicht an
9. Ölsystem
10. Motor geht nicht aus
11. Leistungsprobleme

Fehlerquellen:

1. Treibstoffsystem

1. Ist die Treibstoffzuleitung vielleicht zugedreht? Meist in der STB Achterkajüte vor dem Bett.
2. Ist das Stopkabel herausgezogen und in der Aus- Stellung geblieben? Häufige Ursache!
3. Die Kraftstoffzuleitungen (Zu- und Rückleitungen) verfolgen, ob nicht doch noch irgendwo ein Ventil zugedreht worden ist.
4. Ist der Dieseltank vielleicht leer?
Dann:
1. Kann Luft in den Kraftstoffleitungen sein?
2. Ist der Tank leer gefahren worden?
3. Ist das ein Starten nach der Wartung des Dieselsystems (Filterwechsel)
 

1. Kraftstoffleitungen entlüften. Das System wird mit Luft in den Leitungen nicht arbeiten. Obwohl die meisten Einspritzpumpen mittlerweile selbstentlüftend sind, sollte man das System entlüften. Manche Einspritzpumpen haben eine manuelle Vorförderpumpe, sonst muß man den Starter benutzen.
- Entlüften am Dieselvorfilter.
- Entlüften an der Einspritzpumpe
- Entlüften der Einspritzleitungen

Kontrolle:
- Kommt aus jeder Einspritzleitung ein wenig Kraftstoff, wenn der Motor durchgedreht wird?
- Überprüfen, ob die Einspritzdüsen ok sind:

Einspritzdüsen ausbauen und an die Leitungen anschließen. Motor durchdrehen. Kommt aus jeder Einspritzdüse ein feinzerstäubter Dieselstrahl?
VORSICHT! Hoher Druck, nie die Hand vor die Einspritzdüse halten!
Diesen Test nur machen, wenn man wenig geruchssensible Menschen an Bord hat - Diesel stinkt gewaltig!

Wenn Nein: Niederdrucksystem Kraftstoff prüfen.

Die Entlüftungsschraube des Dieselvorfilters öffnen. Motor mit Anlasser durchdrehen.

Kommt Kraftstoff in Stößen?
JA
Die Einspritzpumpe ist verdächtig.
Die Einspritzpumpe liefert keinen hochkomprimierten Kraftstoff, weil sie nicht genug luftfreien Kraftstoff fördern kann. Meist ist die Ursache nach einem Service, daß noch Luft in der E-Pumpe ist. Einige Einspritzpumpen haben eine Entlüftungsschraube. Fehler in der Einspritzpumpe sind aber eher selten - also System noch einmal sorgfältig entlüften. Wenn sich der Verdacht erhärtet, ist es Zeit für die Werkstatt / Werft.
NEIN
Kraftstoffleitung vom Dieselfilter abnehmen und die Einspritzpumpe aus einem Kanister mit sauberem Kraftstoff ansaugen lassen. Wenn der Kraftstoff jetzt in Stößen aus den Einspritzleitungen austritt, ist das System vor dem Kraftstoffilter verstopft oder zieht Luft durch einen ersetzten Kraftstoffilter. Diesen immer mit neuer Dichtung, die leicht mit Diesel eingestrichen ist, handfest anziehen.
Einige Systeme haben eine mechanische Vorförderpumpe oder eine elektrische Pumpe, um den Kraftstoff aus den Tanks ziehen zu können.
Es kommt kein Diesel an der Einspritzpumpe an. Häufigste Ursache ist ein verstopftes Filterelement oder der schon erwähnte Gummiring des Filters, der Luft ins System läßt. Auch die Zuleitungen zum Tank auf Risse oder schlechte Verschraubungen prüfen, Tankentlüftung prüfen.
Und zu allerletzt, weil man sich ja eh schon das Kreuz gebrochen hat und nach Diesel stinkt, kann man noch die Dieselrücklaufleitungen zum Tank auf Undichtigkeiten prüfen. Das sollte Mensch aber vorher schon riechen, wenn die Leck sind. Die Bilge stinkt dann ziemlich.

2. Ladesystem:
Das Ladesystem besteht aus einer Lichtmaschine, die Wechselstrom abgibt  (Alter-nator und nicht Generator), einem Gleichrichter, der in der LiMa eingebaut ist, und dann in das Bordnetz eingespeist wird. Zudem wird der Ladestrom noch durch einen Stromregler, auch in der LiMa ergänzt, der den Ladestrom entsprechend dem Batteriezustand bzw. der Spannung des Bordnetzes regelt. Der Regler kann auch extern montiert sein.
Das Batterienetz an Bord besteht inzwischen meist aus einer "Service"- Batterie und einer Starterbatterie, die mit einem Ladeumschalter getrennt geladen werden und aus einem Landstromanschluß mit Ladegerät. Die Störungsforschung bezieht sich auf die Starterbatterie, dann erst auf die Servicebatterie. Es wird immer zuerst die Starterbatterie auf den Nennwert von 13,8-14,4 Volt geladen, dann schaltet der Ladeumschalter auf die Servicebatterie um.

2.1 Indikatoren, daß die Lichtmaschine NICHT lädt:
Ladekontrolle geht bei leicht erhöhtem Leerlauf nicht aus..
Keine Spannungserhöhung auf dem Voltmeter.
Keine Spannungserhöhung an Klemme D+/61 der Lichtmaschine
Keine Spannungserhöhung am Pluspol der Batterie.
Lichtmaschine wird nicht warm/heiß.
Ursachen: Keilriemen rutscht oder ist gebrochen [1] - Kabel an D+/61 der LiMa nicht angeschlossen, gebrochen, lose oder korrodiert [2] - Massekabel lose, gebrochen, defekt (An Motor, an Batterie Minus) [2] - Erregerspannung von Zündung +  kommt nicht an [2] - Stator oder Rotor defekt [3] - Laderegler defekt [3] - Schleifringe der Lichtmaschine abgenutzt oder gebrochen [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

2.2 Indikatoren, daß eine Lichtmaschine nicht ausreichend lädt:
Minimaler Spannungszuwachs am Panel- Voltmeter.
Batteriespannung niedrig, Batterien werden nicht vollständig geladen.
Ursachen: Nicht ausreichend Ladezeit [1] - Keilriemen rutscht [1] - Schleifringe der Lichtmaschine abgenutzt oder gebrochen [3] - Stator oder Rotor defekt [3] - Laderegler defekt [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

2.3 Indikatoren, daß eine Lichtmaschine überlädt:
Batterie sehr heiß
Bei Flüssig- Elektrolyt- Batterien: Batteriesäure kocht/ sprudelt sehr
Starker Säuregeruch
Voltmeter zeigt über 14.5 Volt an.
Ursachen: Batteriesäurestand zu niedrig [1] - Batterie defekt [2] - Batterie Spannungskabel zum Voltmeter gebrochen, lose, korrodiert oder nicht angeschlossen [2] - Kurzschluß im Laderegler [2]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

3. Rauchzeichen
Farbe und Menge des Auspuffgases sagen sehr viel über den Gesundheitszustand des Motors aus. Alle Motoren werden unter bestimmten Betriebsbedingungen mehr oder weniger Abgas und Rauch produzieren, wenn der Diesel aber warm ist und nicht Vollast läuft, sollte kein Rauch zu sehen sein. Aus Defekten der Kraftstoffanlage, der Luftzufuhr oder der Kompression werden bei betriebswarmem Motor Rauchzeichen sichtbar.

3.1 Schwarzer Rauch:
Schwarzer Rauch wird von unverbranntem Diesel verursacht. Wenn die Mischung aus Kraftstoff und Luft erhöht wird (Gasgeben), ist erstmal zu wenig Sauerstoff in den Zylindern. Der Treibstoff wird nicht vollständig verbrannt, es entsteht Ruß, den man sehen kann, wenn er in Feinstpartikeln aus dem Auspuff austritt. Außer direkt nach dem Gasgeben sollte ein Dieselmotor nicht rußen. Wenn doch, dann kann es folgende Ursachen haben:
Zu wenig Luft!
Ursachen: Luftfilter verstopft [2] - Lufteinlässe versperrt [3] - Auspuff verstopft/ versperrt [3] - Einlaß- / Auslaßventile schließen nicht korrekt / sind verkokt [4] - Schlechte Motorraumbelüftung [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten
Zu viel Sprit!
Ursachen: Defekte Einspritzdüsen(s) [1] - Falsche Einspritzdüsen montiert [3] - Einspritzpumpe falsch eingestellt (Einspritzzeitpunkt) [4] - Schlechte Dieselqualität [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten
Motor an Leistungsgrenze!
Bei Erhöhung der Last auf der Motorwelle gleicht der Drehzahlregler die leichte Abnahme der Umdrehungen aus und sorgt dafür, daß die Einspritzpumpe mehr Treibstoff liefert. Wenn der Motor an der Leistungsgrenze ist, führt eine höhere Menge an Treibstoff jedoch nicht zu mehr Leistung - der überschüssige Sprit wird unvollständig verbrannt.
Ursachen: Rumpfunterseite dreckig / bewachsen [1] - Propeller dreckig / bewachsen [1] - Motoreinstellung nicht korrekt [2] - Falscher Propeller [3] - Falsche Getriebeübersetzung [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

3.2 Blauer Rauch:
Genauer: Der Rauch wird weiß erscheinen, mit einem blauen "Touch". Man braucht geübte Augen, um das gerade bei einem Diesel zu erkennen. Blauer Rauch entsteht, weil Öl verbrannt wird, entweder im Verbrennungsraum oder im Auspuff.
Ursachen: Hoher Druck im Motorgehäuse [3] - Kolbenringe / Zylinder verschlissen [3] - Ventilschaftdichtungen undicht [3] - Ventilführungen ausgeschlagen [3] - Öl leckt aus Undichtigkeiten in den Einlaßbereich [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

3.3 Dampf
Wer nicht sicher ist, ob das nicht "weißer Rauch" ist, bitte genau beobachten, wie sich die Wolke auflöst: Dampf wird leicht steigen und sich dann auflösen, Rauch ist gesättigter und wird nicht steigen.
Ursachen: Wasserdampf von kondensierenden Auspuffgasen ist normal, wenn´s draußen kalt ist. [1] - Schlechte Versorgung mit Kühlwasser [2] - Sehr hohe Abgastemperaturen  [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

3.4 Weißer Rauch
Weißer Auspuffrauch rührt von unverbranntem Diesel her, es kann an zuviel Treibstoff liegen oder an schlechter Verbrennung. Wichtig: Lange Perioden im Leerlauf / bei Leerlaufdrehzahl, z.B. beim Laden der Batterien führen auch zu weißem Rauch. Wenn die Motordrehzahl dann erhöht wird, entsteht weißer Rauch, in den ersten Minuten nach dem Gasgeben.
Weißer Rauch: Schlechte Zerstäubung
Ursachen: Einspritzdüse hängt offen [1] - Einspritzdüsen- Sitz verschlissen [1] - Zu niedriger Einspritzdruck [1] - Niedrige Außentemperaturen [3] - Schlechte Dieselqualität [4] - Einspritzzeitpunkt verzögert/ zu spät [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten
 
Weißer Rauch: Schlechte Kompression
Ursachen: Undichte Einlaß- oder Auslaßventile [3] - Kolbenringe eingelaufen [3] - Verschlissenen Kolbenringe und Zylinder [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Weißer Rauch: Wasser im Diesel
Ursachen: Verschmutztes Diesel [2] - Undichte Zylinderkopfdichtung [3]
Bitte unbedingt Beschriftung der Tankstutzen kontrollieren! Bei Einweisung der Crew unbedingt erwähnen, wo Diesel und wo Wasser reinkommt!

4. Startprobleme
Probleme beim Anlassen und dem Anlaßsystem sind häufigste Ursache für Maschinenprobleme allgemein und lassen Rückschlüsse auf die Wartung des Schiffes zu. Dieselmotoren zünden den Treibstoff durch hohe Kompression in den Zylindern. Die Geschwindigkeit, mit der der Anlasser durchdreht, ist sehr wichtig für den Zündvorgang bei kaltem Motor. Das Öl ist zäh, viel Hitze wird durch die kalten Zylinder abgeführt, der Motor will nicht recht anspringen. Der Zustand der Starterbatterie ist entscheidend, aber auch der Anlasser kann eine Fehlerquelle sein.

Nix passiert, wenn die Zündung eingeschaltet wird.
Kein Licht am Motorpanel geht an, die Instrumente schlagen nicht aus. Kein Pieper / akustisches Signal.
Ursache(n): Batteriemasseschalter "aus" / Batteriehauptschalter aus. [1] - Batteriewahlschalter auf null gestellt [1] - Batteriespannung sehr niedrig [1] - Defekter Zünd-/ Anlaßschalter [2] - Loses oder gebrochenes Kabel [2]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Der Anlasser dreht nicht durch, aber einige Anzeigen funktionieren.
Instrumente sind an, Kontrollampen sind an, Piepser piepst, aber der Anlasser dreht nicht durch.
Ursache(n): Batteriespannung sehr niedrig [1] - Lose oder gebrochene Kabel / Verkabelung. [2] - Zünd-/ Anlaßschalter defekt. [3] - Masseverbindung am Motor schlecht / ab/ weg. [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Starter fängt an, dauerhaft zu drehen und hört nicht auf!
WICHTIG! Dann sofort den Batteriehauptschalter auf null stellen oder den Minuspol der Batterie abziehen! Der Anlasser ist wegen der hohen Ströme über ein dickes Kabel direkt mit der Batterie verbunden und kann nur so gestoppt werden. Sonst dreht der Anlasser, bis die Batterie leer ist - oder eher wahrscheinlich wird dir der Anlasser um die Ohren fliegen, weil er überhitzt. Unbedingt die Verkabelung prüfen, bevor das Boot abbrennt!

Anlasser dreht leer, wenn Zündschalter auf Anlassen steht.
Der Motor wird nicht durchgedreht, aber man hört den Anlasser drehen. Das Ritzel des Anlassers spurt nicht in den Zahnkranz des Motors ein.
Ursache(n): Anlasserkupplung rutscht [2] - Magnetschalter- Anlasser: Magnetschalter defekt [2] - Schmutz, Verschleiß oder Rost auf der Anlasserritzel- Welle verhindert das Einspuren des Ritzels. [3]
Zartes Klopfen (nicht prügeln!) auf den Magnetschalter bringt manchmal Abhilfe.
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Anlasser- Leerdrehen tritt auf, wenn der Zündschalter oder Anlaßknopf losgelassen wird.
Die Spule im Magnetschalter ist in der Einspur- Position verreckt, ohne aber das Ritzel einzuspuren. Ernst!
Ursache(n): Defekte Spule [2] - Defekter Startschalter [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Anlasser dreht weiter durch, nachdem der Startschalter losgelassen wurde.
Der Anlasser- Magnetschalter erhält weiterhin Strom und dreht den Anlasser weiter durch, oder die Ritzel von Anlasser und Motor sind verkeilt. Teilweise schwer zu lokalisieren, da die Maschine dann schon läuft und der Motor auf modernen Schiffen gut gedämmt wird.
Ursache(n): Defekte Spule [2] - Defekter Startschalter [3] - Beschädigtes Anlasser- oder Motorritzel. [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Anlasser dreht sehr langsam oder klickt nur.
"Saft" ist wichtig! Das deutet auf sehr niedrige Batteriespannung hin. Testweise die Service- und die Starterbatterie austauschen.

Spule klickt, Spannung am Voltmeter fällt, Licht wird dunkel.
Der Klick heißt, daß der Magnetschalter funktioniert, ein ordentlicher Spannungsabfall heißt, daß der Anlaßstrom fließt (hohe Amperezahl).
Ursache(n): Motor fest [3] - Anlassermotor- Spule hat Kurzschluß [3] - Anlasserritzel mit Motorritzel [4] - Anlasser festgegammelt (gerostet) [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Magnetschalter klickt - Batteriespannung bleibt hoch
Der Magnetschalter wird ausgelöst das Ritzel rückt aus, aber der Anlassermotor läuft nicht.
Ursache(n): Magnetschalter macht keinen Kontakt zum Anlassermotor [2] - Massekabel am Motor nicht fest [3] - Pluskabel am Anlasser nicht angeschlossen oder sehr lose [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Magnetschalter klickt mehrfach
Der Magnetschalter wird angesteuert, aber der Spannungsabfall ist so groß, daß es wie ein Ein- Ausschalten des Anlaßschalters ist. Der Vorgang wiederholt sich permanent.
Ursache(n): Batterieladung ungenügend [1] - Lose oder korrodierte Kabel [2]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

5. Motorenlärm
Hämmern
Geräuschcharakter: Hammerschläge auf den Motorblock. Hartes mechanisches Geräusch, gekoppelt an die Motordrehzahl.
Mechanische Ursachen: Pleuelstange lose [4] - Kolben berührt Ventil [4] - Ausgeschlagene Pleuellager [4] - Schwungrad lose [5]
Treibstoff- Gründe: Einspritzventil defekt [2] - Einspritzmenge zu hoch [3] - Zündzeitpunkt zu früh [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Rumpeln
Geräuschcharakter: Langsames, dumpfes Geräusch, wie Steine in einer großen Trommel.
Ursache(n): Propellerwelle hat Schlag [2] - Propeller hat Schlag [2] - Getriebelager ausgeschlagen [4] - Antriebswelle ausgeschlagen / lose [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Rasseln
Geräuschcharakter: Eine oder eine handvoll Nüsse in einer leeren Konservendose.
Ursache(n): Ventilspiel zu groß [2] - Lose Anbauteile [2]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Pfeifen
Geräuschcharakter: Reifenqietschen beim Autorennen.
Ursache(n): Keilriemen rutscht [1] - Fehlende Schmierung am Kolben [3] - Benzin im Diesel-Tank [5]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Zischende Luft
Geräuschcharakter: Entweichende Luft. Tritt auf, wenn der Kolben im oberen Verbrennungshub ist.
Ursache(n): Dichtung des Einspritzventiles undicht [2] - Zylinderkopfdichtung undicht [3] - Undichter Einlaßventilsitz [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Klickern
Geräuschcharakter: Leichtes metallisches Geräusch, daß mal oder rhythmisch passiert.
Ursache(n): Anlaßschalter rückt ein (1x ist normal) [2] - Zu großes Ventilspiel [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Hochfrequentes Surren
Geräuschcharakter: Hochfrequentes Surren, daß sich in der Frequenz steigert.
Ursache(n): Anlasser ist noch eingerückt [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

6. Motorenvibration
Kleine Motoren mit 1, 2 oder 3 Zylindern werden bei niedrigen Drehzahlen immer heftiger vibrieren, als die weiter verbreiteten 4- Zylinder Motoren. Neuere Motoren werden auf Gummi- Metallager montiert, die für ein optimiertes Drehzahlband ausgelegt sind. Bitte den Empfehlungen der Vercharterer für die maximale Drehzahl folgen!
Niederfrequent:
Komponenten vibrieren bei niedrigen Drehzahlen / wenig Geschwindigkeit.
Ursache(n): natürliche Resonanzen [1] - Beschädigter oder verschmutzter Propeller[2] - Motor zündet unregelmäßig [3] - Propellerwellen- Kupplung lose [3] - Verbogenen Propellerwelle [4] - Schwungrad lose [5]
Mittelfrequent:
Alle Geräusche und Vibrationen auf einer Frequenz an der Drehzahl des Motors, gekoppelt an die U/min.
Ursache(n): Motorfundamente/ Gummilager lose [2] - Motor zündet unregelmäßig [3] - Schwungrad lose [5]
Hochfrequent
Komponenten werden bei hohen Drehzahlen "wach".
Ursache(n): Ventilator der Lichtmaschine lose [3] - Anlasser nicht zurückgerückt [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

7. Temperaturprobleme
Veränderliche, schwankende Temperaturen (fliegende Hitze??)
Die Temperaturanzeige geht auf einen bestimmten Wert und springt dann plötzlich deutlich höher. Temperaturen sind sowohl höher als auch niedriger als normal.
Ursache(n): Thermostat hängt [2] - Anzeige fehlerhaft [4]
Hohe Temperatur
Wenn der Motor sehr heiß wird, ausschalten, bevor Schäden entstehen. Einen Motor länger mit überhöhter Temperatur betreiben sorgt schnell für weitaus größere Schäden in kurzer Zeit! Oberhalb von 105° C Wassertemperatur kann der Schmierfilm des Öls reißen und so einen kapitalen Motorschaden verursachen. Immer den Motor normal abkühlen lassen. Es kann gerade in warmen Gebieten einige Stunden dauern, bevor man am Motor arbeiten kann. Geduld, bitte. Niemals den Verschluß des inneren Kühlreislaufes bei hohen Temperaturen aufdrehen noch den Motor mit kaltem Wasser abspritzen oder kaltes Wasser nachfüllen.

Plötzliche hohe Motortemperatur
Der Impeller der Kühlwasserpumpe kann auch spontan kaputtgehen, unterschiedlicher Salzgehalt des Wassers, Seegras /-tang, Plastiktüten, Korrosion. Plötzliches Ansteigen der Temperaturen ist meist auf die Blockade des Ansaugtraktes zurückzuführen. Plastiktüte wird angesaugt, blockiert den Zufluß, Pumpe läuft trocken, Impeller verabschiedet sich, weil er trocken läuft
Hohe Temperatur - Zweikreiskühlung - Unzureichend Salzwasserzufluß
Ursache(n): Seewasser- Impeller verschlissen / defekt [1] - Seewassereinlaß oder -Saugkorb blockiert [1] - Wärmetauscher verschmutzt [2] - Ölkühler verschmutzt [2] - Wassereinspritzung für Wassersammler Auspuff eingeschränkt / verstopft [3] - Undichte Schläuche oder Filterdichtungen vor der Seewasserpumpe ziehen Luft ins System, falls oberhalb der Wasserlinie montiert [3] - Seewasserpumpe defekt [3] - Auslaß des Wassersammlers verstopft [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Hohe Temperatur - Einkreis- Seewasserkühlung - Unzureichend Salzwasserzufluß
Ursache(n): Seewasser- Impeller verschlissen / defekt [1] - Seewassereinlaß oder -Saugkorb blockiert [1] - - Auslaß des Wassersammlers verstopft [4] - Thermostat bleibt geschlossen [2] - Motorblock / Zylinderkopf verdreckt oder verstopft [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Hohe Temperatur - Zweikreiskühlung - Unzureichende Umwälzung des inneren Kühlkreises (Süßwasser)
Ursache(n): Thermostat bleibt geschlossen [2] - Keilriemen defekt oder rutscht [2] - Kühlkreislauf verdreckt oder verstopft [3] - Zuwenig Kühlwasser [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Hohe Temperatur - Schmierungsprobleme
Ursache(n): Verschmutztes / kontaminiertes Öl [3] - Zuwenig Öl [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Hohe Temperatur - Falschanzeige
Ursache(n): Anzeigeinstrument oder Geber defekt [4]
Hohe Temperatur - Motor wird in sich zu heiß
Ursache(n): Treibstoff- Probleme [2] - Zuviel Last [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Niedrige Temperatur
Motoren mit Zweikreis- Kühlsystem arbeiten bei Temperaturen von 70 - 90°C Wassertemperatur. Einkreiskühlsysteme arbeiten bei noch niedrigeren Kühlwassertemperaturen, etwa 50 - 60°C. Die Lebensdauer eines Motors bei niedrigen Temperaturen ist nicht so besonders hoch, da sich in den Verbrennungsräumen sehr aggressive Säuren bilden können, die den Verschleiß begünstigen. Beide Kühlsysteme haben einen Thermostaten, der ab einer bestimmten Temperatur öffnen soll. Alle Überhitzungs- oder Untertemperaturprobleme haben meist etwas mit dem Thermostaten zu tun. Bei zu niedriger Temperatur ist der Thermostat offen, so daß der Motor keine Wärme aufbauen kann.
Ursache(n): Kein Thermostat eingebaut [2] - Thermostat bleibt offen [2] - Falscher Thermostat [4] - Sehr kalt draußen... [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

8. Motor springt nicht an
Motor will nicht durchdrehen
Erst:
Kurbelwelle drehen, dreht sie frei? Siehe unten.
Dann:
Siehe Startsystem

Motor dreht sehr langsam, zäh
Ist die Viskosität des Öles korrekt? - Zu zähes Öl läßt den Motor nicht gut duchdrehen, speziell wenn´s kalt ist.
Erst:
Kurbelwelle drehen, dreht sie frei? Siehe unten.
Dann:
Siehe Startsystem

Check: Dreht der Motor normal durch?
Wenn man ein mechanisches Problem wittert, läßt dieser Test unnormale Widerstände erfühlen. Bei einem 4-Takt Motor müssen es 2 Kurbelwellenumdrehungen sein, um sicher zu gehen
Mit einem Schraubenschlüssel, besser mit einer Knarre an der unteren Riemenscheibe drehen - Die Motoren drehen normalerweise im Uhrzeigersinn von vorne aus gesehen. Wenn der Bolzen der unteren Riemenscheibe verbaut ist, kann es auch die Riemenscheibe der Lichtmaschine sein, wobei man evtl. den Keilriemen in der Mitte andrücken muß, damit er nicht durchrutscht.
Dreht, aber blockiert dann in beiden Richtungen.
Leichtes Bewegen, daß dann in Kurbelwellendrehrichtung plötzlich stoppt, deutet auf ein gebrochenes Teil im Motorblock oder Kopf hin. Einziger Test vor dem Aufmachen des Motors: Einspritzdüsen rausnehmen und nach Flüssigkeit im Zylinderkopf Ausschau halten.
Ursache(n): Kolben voller Seewasser, Kühlmittel, Öl oder Diesel - bös. [2] - Nockenwelle defekt [4] - Pleuel gebrochen [4] - Ventil in Zylinder gefallen [4] - Kurbelwelle gebrochen [5]
Dreht sich leicht in beide Richtungen
Leichtes bewegen deutet darauf hin, daß die Kurbelwelle heile ist, aber ein Teil der Ventilsteuerung defekt ist / oder verschlissen.
Ursache(n): Ventiltrieb fest [3] - Zahnradpumpe fest [4] - Motorsteuerung verklemmt oder fest [4] - Nockenwellenlager fest [4] - Nockenwelle fest [5]
Fest und schwer zu drehen
Bevor man anfängt, irgendwas an der Maschine zu machen - nicht vergessen, daß der Diesel, wenn er in Ordnung ist, hohe Verdichtungsraten hat!! Es gehr also leicht und wird immer schwerer! Mißtrauische Menschen, die den Motor trotzdem drehen wollen, bauen die Einspritzdüsen aus und drehen dann durch. Im wahrsten Sinne..
Ursache(n): Normale Kompression [2] - Antrieb eingekuppelt [2] - Lager klemmen [4] - Anlasserritzel steckt noch im Schwungrad fest [4]
Keine Bewegung
Motor hat plötzlich gestoppt - Schmierung ausgefallen, wahrscheinlich ist der Motor überhitzt worden
Ursache(n): Kolbenklemmer [3] - Hauptlager fest [4] - Pleuellager fest [4]
Motor hat vorher noch gelaufen - Mögliche Ursache: Korrosion
Ursache(n): Salzwasser im Zylinderkopf [2] - Anlasser fest im Schwungrad, Gang eingelegt [4]
Dreht normal durch, aber startet nicht
Check in der Reihenfolge: Kommt Diesel an den Einspritzdüsen an? Einlaß- und Auslaßsystem frei? Gute Kompression? - Wenn es nach diesen Tests keinen Befund gibt, dann sind die Probleme richtig ernst. Lieber noch mal alle Systemteile checken, dann Fachmann rufen.
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

9. Ölsystem
Öldruckverlust führt innerhalb von kürzester Zeit zum Klemmen der Maschine. Niemals den Motor benutzen, wenn einem das Ölsystem suspekt erscheint. Niemals den Motor bei unterem Ölstand betreiben, denn falls das Schiff bei Welle oder Wind krängt, ist die Schmiermittelversorgung nicht gewährleistet. Eigentlich ist ein Öldruckinstrument wichtiger als das obligatorische Wasserthermometer 
Öl- Lecks, extern
Motor reinigen, Motor laufen lassen, Leck feststellen. Gut ist auch Papier, um die Tropfstelle zu lokalisieren, es geht auch Puder oder Mehl.
Ursache(n): Ventildeckeldichtung [2] - Schwungraddichtung [3] - Kurbelwellensimmering vorne [3] - Ölwannendichtung [3] - Ventilsteuerung - Dichtung [3] - Ölleitungen zum Ölkühler [3] - Öl im Auspuffwasser > deutet auf geplatzten Ölkühler hin [3] - Treibstoffpumpen Gehäuse oder Dichtung [3]
Hoher Öldruck
Bei kalter Maschine nichts Außergewöhnliches. Ist die Kurbelgehäuseentlüftung frei?
Ursache(n): Öl mit zu hoher Viskosität [3] - Anzeige defekt [3] - Ölpumpenüberdruckventil hängt geschlossen [4]
Niedriger Öldruck
Immer genau verfolgen - das ist gefährlich!
Ursache(n): Ölstand zu niedrig [1] - Öl Temperatur zu hoch [2] - Ölfilter dicht/zu/verstopft [2] - erhöhter Verschleiß der Lager [3] - Anzeige defekt [3] - Ölviskosität zu niedrig [4] - Ölpumpe defekt [4] - Ölpumpenansaugrohr und -Korb verstopft [5]
Hoher Ölverbrauch
Alle Motoren verbrennen Öl in gewissen Mengen. Bei neuen Motoren ist es so wenig, daß man zwischen den Ölwechselintervallen nichts Nachfüllen muß. Wenn der Verschleiß einsetzt, sollte man sich auf etwas Ölverbrauch einstellen. Hoher Ölverbrauch ist auch eigentlich nicht schlimm, man muß dann nur sehr diszipliniert nach dem Öl sehen. Und vielleicht nach den Ursachen forschen:
Ursache(n): Leckage, äußerlich [2] - Zylinder / Kolben / Kolbenringe verschlissen [3] - Ventilführungen verschlissen [3] - Ventilschaftdichtungen undicht [3] - Zuviel Öl [3] - Viskosität des Öles falsch [4] - Ölkühler leckt nach innen, ist undicht [4]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Ölverschmutzung- Kühlwasser
Bemerkung: Jede Verschmutzung ist schnellstmöglich zu beseitigen, die Ursache zu ermitteln und das System muß gereinigt werden, bevor der Motor wieder benutzt wird.
Das Wasser hat die Färbung des Frostschutzmittels, daß (hoffentlich) eingefüllt worden ist. Dies dient auch als Korrosionsschutz.
Ursache(n): Verschlüsse vertauscht, Öl eingefüllt [2] - Zylinderkopfdichtung defekt [3] - Zylinderkopf gerissen [4] - Motorblock gerissen [4] - Zylinderlaufbuchsen gerissen [4] - Laufbuchsendichtungen undicht [4] - Auspuffkrümmer gerissen [4]
Ölverschmutzung- Seewasser
Wasser zeigt Salzeinschlüsse
Ursache(n): Auspuffsystem falsch konstruiert [2] - Motorölkühler defekt [3] - Zylinderkopfdichtung defekt - Einkreiskühlsystem [3] - Auspuffkrümmer gerissen [4]
Ölverschmutzung- Diesel
Ölstand sehr hoch, Ölmeßstab stinkt nach Diesel.
Ursache(n): Diesel- Vorförderpumpe (Dichtungen) [4] - Einspritzpumpendichtungen [4]
Ölverschmutzung- Metall
Wenn Metallteilchen im Öl zu sehen sind, ist es meist schon sehr spät. Wenn es am Meßstab zu sehen ist, ist in der Ölwanne mit Sicherheit eine richtige Schicht. Erste Maßnahme ist der Austausch des Ölfilters und die Demontage der Ölwanne. Dann Ursachenforschung, vielleicht ist der Motor dann noch zu retten. Metalle sind immer Abrieb der Lager.
Ursache(n): Zylinder / Kolben / Kolbenringe [2] - Hauptlager [4] - Pleuellager [4] - Ventiltrieb [4] - Ölpumpe [5] - Ventilsteuerung [5]
Ölverschmutzung- Öl ist schwarz und dreckig
Heftig verschmutzt, wenig gewechselt, schlechte Ölqualität, Verbrennungsrückstände
Ursache(n): Ölwechselintervalle sehr lang [1] - Erhöhte Verbrennungsrückstände [2]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

10. Motor geht nicht aus
Bevor man einen Motor anläßt, sollte man sich vergewissern, wie der Motor wieder aus geht. Es ist auch empfehlenswert, zu wissen, welcher Mechanismus verwendet wird, um den Motor auszumachen und wie man das Ding stoppt, wenn dieser Mechanismus versagen sollte. Einem Dieselmotor wird eigentlich immer der Treibstoff gesperrt, wenn er stoppen soll, es ist ein "Selbstzünder", der von Luft und Diesel "lebt".
Arten des Ausschalters:
Bowdenzug / Mechanisch: Wo endet der Bowdenzug aus dem Cockpit, kann ich den Hebel an der Einspritzpumpe per Hand bedienen?
Elektrisch - Spule / Magnetschalter wird beim Einschalten der Zündung angesteuert bzw. geschaltet und gibt Treibstoff frei: Magnetschalter suchen und finden, er befindet sich normalerweise an der Einspritzpumpe und bekommt über Klemme 15 des Zündanlaßschalters Strom.
Elektrisch - Spule / Magnetschalter, wird beim Ausschalten der Zündung aktiviert und sperrt den Treibstoff. Magnetschalter suchen und finden, er kann über ein Kabel von Batterie Plus geschaltet werden.
Wenn alles nix nützt - An manchen Motoren gibt es einen Dekompressionshebel, den betätigen. Weitere Möglichkeit: den Lufteinlaß blockieren (Handtuch), aber aufpassen, daß keine Fremdkörper in den Ansaugtrakt gelangen. Das Tuch darf auch nicht mit brennbarer Flüssigkeit getränkt sein! Und als Letztes: die Einspritzleitungen losschrauben. Vor dem Wiederanlassen muß das System entlüftet werden.
Mechanischer Ausschalter
Unter Verwendung eines Bowdenzuges wird der Dekompressionshebel an der Einspritzpumpe betätigt. Fehlerquelle ist das Kabel oder der Zug, der korrodiert oder lose ist. Es ist ohne weiteres möglich den Mortor dann direkt an der Einspritzpumpe auszuschalten.
Ursache(n): Kabel an Motor nicht angeschlossen [2] - Kabel gebrochen oder festgegammelt [3] - Dekompressionshebel klemmt oder ist fest [3]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Elektrischer Ausschalter
Elektrische Ausschalter sind Herstellerabhängig. Es gibt folgende Haupttypen:
- Spulen/ Magnetschalter, der über eine mechanische Verbindung den Dekompressionshebel bedient. Wind zum Ausmachen angesteuert.
- Magnetschalter, an der Einspritzpumpe, der zusammen mit dem Einschalten der Zündung den Treibstoff freigibt.
- Magnetschalter, an der Verteiler- Einspritzpumpe, der die Hauptzufuhr vorm Verteiler sperren kann. Normalerweise zum Anlassen aktiviert.

Magnetschalter, "Einschalttyp"
Die Spule des Magnetschalters ist permanent aktiviert, wenn die Maschine läuft. Der Strom wird zum Ausschalten ausgeschaltet. Abziehen des Steckers am Magnetschalter stoppt den Motor. Kabelbruch stoppt den Motor ebenfalls. Magnetschalter kann im Ein- Zustand klemmen, die Maschine läüft dann weiter
Ursache(n): Spule klemmt [3] - Ausschaltrelais defekt [3]

Magnetschalter, "Ausschalttyp"
Dieser Magnetschalter wird aktiviert, um die Maschine zu stoppen. Ohne Strom fließt der Kraftstoff. Wenn dieser Schalter ausfällt, reicht evtl. die Spannung des Bordnetzes nicht aus. Falls der Magnetschalter an eine Mechanik gekoppelt ist (extern), probieren, den Dekompressionshebel bei Hand zu betätigen.
Ursache(n): Mechanische Verbindung des Magnetschalters defekt [2] - Spule oder Verbindung klemmt [3] - Arbeitsweg der Mechanik stimmt nicht. [3]

11. Leistungsprobleme
Leistungsverlust des Motors kann sehr plötzlich passieren oder über eine längere Zeit wechseln. Es deckt alles ab, von dem Tick, der an der Höchstdrehzahl fehlt, bis zum plötzlichen Absterben des Motors. Basisregel: Plötzliches Auftreten ist ein Defekt oder Ausfall, eine langsamere (in Intervallen ablaufende) Verschlechterung der Leistung deutet auf Verschleiß oder Verschmutzung hin.

Maximale Leerlaufdrehzahl prüfen: Immer bei warmen Motor. Wenn ein Drehzahlmesser montiert ist, sollte die maximale Leerlaufdrehzahl mit dem auf der Einspritzpumpe eingestempelten Wert oder dem Wert in der Betriebsanleitung übereinstimmen. Eine Abweichung von 10 % ist ok.
Schlechte Gasannahme
Schlechte Gasannahme ist eng verwandt mit Leistungsverlust - bitte erst dort nachsehen.
Ursache(n): Wenn die Maschine Leistung hat, aber die Beschleunigung schlecht ist, ist es möglich, daß es am Fliehkraftregler in der Einspritzpumpe liegt. Es kann der Begrenzer sein oder die Einstellung des gesamten Reglers. Diese Werte sind normalerweise Werkseingestellt - also Finger weg.
Schlechtes Zurückgehen in den Leerlauf
Wenn der Gashebel zurückgenommen wird, geht der Motor langsam oder schlecht in den Leerlauf.
Ursache(n): Gaszugfeder im Gashebel schlapp oder gebrochen [3] - Einspritzpumpen- Regler hängt [4]
Motor stirbt ab - Treibstoffversorgung
Der Motor läuft, stirbt aber aus unerfindlichen Gründen ab. Oder Maschine fällt bei viel Welle plötzlich aus. Ursache ist ein verstopfter Dieselfilter, da durch das Schaukeln des Bootes die Feinstpartikel hochgewirbelt werden und den Filter zusetzen. Weiteres Indiz: Man kann den Motor nach einigen Minuten wieder starten, aber er fällt dann erneut aus, die Drehzahl schwankt stark, bevor der Motor dann endgültig ausgeht.
Ursache(n): Luft im Treibstoffsystem [1] - Dieselfilter zu [1] - Wasser im Diesel [2] - Tank leer [3] - Tankentlüftung verstopft [3] - Vorförderpumpe defekt [4] - Einspitzpumpe defekt [5]
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten

Motor stirbt ab - Mechanische Probleme
Der Motor läuft, fällt aber aus unerfindlichen Gründen aus. Falls das auf Mechanische Gründe zurückzuführen ist, kann das aufwendig und teuer werden. Kommt aber nicht häufig vor.
Ursache(n): Netze, Seile, Fremdkörper um Propeller oder Welle [2] - Motor verreckt, fest [3] - Getriebe fest [4]
Leistungsverlust
Leistungsverlust ist ein schleichender Prozeß, der eigentlich so lange nicht böse ist, so sich die Maschine noch starten läßt. Ein Indikator ist das Erreichen / Prüfen der Leerlauf- Maximaldrehzahl. Wenn die innerhalb des Toleranzwertes von 10 % ist, ist Leistungsverlust auf Überlastung zurückzuführen. Wenn die Leerlauf- Drehzahl nicht erreicht wird, Treibstoffsystem prüfen, Luftsystem prüfen, Kompression prüfen.
Leistungsverlust - Schlechte Luftversorgung
Zuwenig Luft heißt zuwenig Sauerstoff für die Verbrennung, damit eine schlecht Verbrennung und schwarzer Auspuffrauch wegen unvollständiger Verbrennung
Ursache(n): Lufteinlaß begrenzt / verstopft [3] - Auspuff begrenzt / verstopft [3]
Kompression niedrig
Ursache(n): Kolbenringe/ Zylinder verschlissen oder gebrochen [3] - Ventilspiel nicht korrekt [3] - Ventilsitze verkokt oder verschlissen [3]
Leistungsverlust - Ölsystem
Wenn das Öl eine zu hohe Viskosität hat oder zuviel Öl nachgefüllt wurde, so daß die Kurbelwelle in den zu hohen Ölstand eintaucht, kann dies zu Leistungsverlusten führen. Weitere Symptome ist ein schlechter Kaltstart und zähes Durchdrehen des Motors.
Ursache(n): Zuviel Öl nachgefüllt [4] - Falsche Viskosität des Öls [4]
Leistungsverlust - Überlast
Überlast bringt den Regler dazu, den Motor weiter anzufetten, also mehr Treibstoff einzuspritzen. Indikator ist schwarzer Auspuffrauch. Vor allen anderen Überlegungen steht die Kontrolle des Rumpfes und Propellers aud Verschmutzung.
Ursache(n): Rumpf verschmutzt / bewachsen [2] - Propeller verschmutzt / bewachsen [2] - Getriebe oder Propellerwelle verklemmt, verbogen [2] - Falscher Propeller [3] - Falsche Getriebeübersetzung [3]
Leistungsverlust - Schlechte Treibstoffversorgung
Schlechter Treibstoff, zuwenig Treibstoff, Wasser, Benzin, Luft: Diese Liste ist lang
Ursache(n): Luft im Einspritzsystem [1] - Einspritzdüse defekt [1] - Dieselfilter verschmutzt [2] - Wasser im Diesel [2] - Gashebelanschläge verstellt, zu wenig Weg [3] - Einspritzleitungen lecken [3] - Dieselqualität schlecht [4] - Tankbelüftung verstopft [4] - Fliehkraftregler hängt [4] - Falsche Einstellung der Einspritzpumpe [4] - Einspritzpumpe verseucht [4] - Vorförderpumpe defekt [4]
Fehlzündung, Aussetzer, Stottern
Fehlzündungen, Aussetzer, Holpern, Maschine kommt nicht auf Normaldrehzahl ist meist eine Folge von schlechter Versorgung mit Treibstoff..
Fehlzündung, Aussetzer - Fehler im Treibstoffsystem
Ursache(n): Einspritzdüse(n) defekt [1] - Luft im Einspritzsystem [2] - Dieselfilter verschmutzt [2] - Wasser im Diesel [3] - Fliehkraftregler defekt [4] - Anlenkung der Einspritzpumpe klemmt [4] - Einstellung der Einspritzpumpe [4]
Fehlzündung, Aussetzer - Kompressionsmangel
Ursache(n): Ein- oder Auslaßventil(e) hängen [4]
Drehzahl unkorrekt - Leerlaufdrehzahl falsch
Die Leerlaufdrehzahl ist so ziemlich das Einzige, was an der Einsprizupumpe eingestellt werden kann, ohne in die Werkstatt zu müssen. Wenn die aber verstellt werden muß, deutet das häufiger auf andere, schwerwiegendere Probleme hin. Nur einstellen, wenn die Maschine sauber läuft und warm ist!
Drehzahl unkorrekt - Höchstdrehzahl falsch
Die Maximaldrehzahl ist werkseingestellt und sollte keinesfalls verstellt werden. Normalerweise befindet sich Siegellack auf dieser Einstellschraube.
Ursache(n): -Höchstdrehzahl zu hoch- Einspritzpumpe verstellt [4] - Fliehkraftgewichte im Regler gebrochen [5]
Ursache(n): Höchstdrehzahl zu niedrig - Alle Punkte unter "Leistungsverlust" prüfen. Es ist in 95 von 100 Fällen nicht die Fehleinstellung des Maximaldrehzahlanschlages!
"Beliebtheitsgrad" der Fehler: [1] - Sehr häufig  [2] - Häufig  [3] - Möglich  [4] - Selten  [5] - Sehr selten