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Rund Um 08

Wir starten Freitag, es ist nachmittag - und das Wetter ist nicht wirklich prickelnd. Wind hat es, aber immer wieder gehen Schauer runter.

Info des Lindauer Segelclubs:
Rund Um 2008 "Schwachwindig und nass!"

Wind- und Wetterprognosse des Deutschen Wetterdienstes für die Rund Um am 6. Juni
Wetterbericht vom DWD, Stuttgart von Uwe Schickedanz um 14.30. Uhr
nächster, aktuallisierter Wind- und Wetterbereicht um 16.30 Uhr
Prognosse für Freitag Nachmittag und den Start zur Rund Um bis ca. 20 Uhr:

Nach Angaben des DWD bleibt es in der gesamten Bodenseeregion schwachwinig und nass. Die Windstärken werden zwischen 1-2 Beaufort liegen. "Die Wahrscheinlichkeit für Gewitter zum Start oder kurz nach dem Start der Rund Um liegen bei 30 - 40 %. Der Wind könnte dann kurzfristig bis 7 Beafort auffrischen"; erklärte Schickedanz um 14. 30 Uhr.
Im Mittel werden zwischen 5 bis maximal 10 Knoten Wind für die ganze Nacht vorhergesagt

Samstag morgen und Vormittag: Wenig Wetteränderung, weiter schwachwindig gegen Mittag sind Aufhellungen möglich, der Regen läßt nach, weiterhin schwachwinnig, bis zum Regattaende um 19.30. Uhr.

Und es kam wie so häufig alles ganz anders.
Schon auf dem Weg von Altenrhein in Richtung Lindau haben wir die große Genua wechseln müssen, weil der Wind doch stärker war als die angesagten 1-2 bft. Ich würde mal sagen, in Höhe des Rheindammes waren es eine gute 4, in Böen 5. Die Sprinta legt sich dann zwar auf die Backe und unsicher ist es nicht gerade, aber der Fahrtverlust durch Sonnenschießer, Anluven und Schotöffnen ist zu groß. Also dance on the Bug pitschpatsch. Gegen die Genua 2 gewechselt - besser war´s. Und kaum sind wir im Startgebiet angekommen, ist der Wind weg. Einfach weg. Also nicht ganz; es mögen doch die angesagten Beaufortes (s.o.) von 1 bis 2 sein. Noch ein Segelwechsel, wieder auf die G1. Wir haben ja auch noch Zeit bis zum Start, sind diesmal schön früh da, können uns auch noch ein wenig verpusten und was essen und trinken.

Die jubilierenden Schärenkreuzer bekommen zum 100. einen Vorstart (10 Minuten) - dann wird es auch für uns ernst. Pünktlich zum Anschuß nimmt auch der Wind wieder zu, so daß sich unser Segelwechsel als Irrtum herausstellt. Aber anhalten mitten im Feld ist nicht, also ballern wir mit Genua 1 raus auf den See. Andere Schiffe vertragen den vielen Wind wohl noch schlechter als wir, es gibt einige Mastbrüche (6), wie wir später erfahren. Auch eine Mitsprinta muß aufgeben. Wir halten grob auf die Mitte des Sees zu, damit wir nach einer Wende einen Nahezu-Anleger auf die Wendemarke bei Meersburg fahren können.

Inzwischen haben wir immerhin ein Reff im Groß, machen immer noch viel Speed mit einigen heftigen Anluvern, aber aufs Vorschiff zum Wechseln auf die G2 --- nee. Bei dem Wetter ist selbst das Geturne zum Mast, um den Reffhaken einzuhängen, nicht wirklich witzig. Und immer schön auffe Kante. Und immer schön naß. Und Bocksprünge. Und die Frage aller Fragen: Soll das wirklich Spaß machen, mitten in der Nacht, dunkel wie sonstwas, Hunger, Durst, Müde...??? Is this sailing? Yapp. Isit.

Irgendwann mitten in der Nacht: Da blinkt ein etwas vor Meersburg! Die Wendemarke. Und auch das Wetter wird besser; es weht doch noch, aber längst nicht mehr so heftig. Wir runden das gelbe Teil um 01:45, leuchten vorschriftsmäßig unsere Segelnummer an und werden von starken Scheinwerfer des Regattakommitees ziemlich geblendet. Und hoch den Spi, Kurs etwa 180 und wusch - die Sprinta rennt mit 6 Knoten durch die Nacht. Wir gehen ein bisschen tief, erstmal Richtungen Güttingen / Altnau. Dort unter Land nimmt der Wind noch weiter ab, aber wir können die Speed halten; immer so zwischen 5 und 6 kn. Um 03:25 drücken wir uns an der Wendemarke vor Romanshorn vorbei, halten jetzt aber nicht Richtung Langenargen / Wasserburg, sondern auf Altenrhein zu, also weiter mit nem Kurs um die 130°. Ein Fehler? Hinterher ist es schwer zu sagen. Immerhin haben wir nach wie vor einen guten Spikurs mit 4-5 Knoten. Mit nem Gennaker oder Blister wäre wahrscheinlich die Richtung gen Langenargen besser gewesen - aber das wäre nicht wirklich klassenkonform. Wenn man teilweise die Mitbewerber sieht, was die an Leichtwindtüchlein fahren, frage ich mich schon, ob die Herren der YST Kommision Bodensee das wissen.

Vor Altenrhein sind wir um 05:32 und halten jetzt ca 70° Richtung SZ 87 zu. Da sind wir um 06:20, rutschen um 06:40 um das Glockenschlagwerk Lindau (an BB lassen...) und um 06:47 über die Ziellinie von dem Lindauer Segelclub.

Geschafft. Gar nicht mal schlecht. Wir kommen immerhin


P.S.: Warum ich Kurse und Uhrzeiten weiß? Tja. Garmin macht es möglich. Die Tracks werden aufgezeichnet und ich lade sie dann auf den Rechner (Mapsource)